WordPress, Joomla! und Drupal sind die großen Drei im Backend hinter der Mehrzahl der dynamischen Seiten. Natürlich gibt es noch weitere CMS, aber diese drei sind definitiv die meistgenutzen Backends. Welches Content Management System ist denn nun das beste für Ihr Unternehmen?
CMS und Blog
Dass WordPress hier auf Backendbattle.com (*) nicht aufgeführt wird, liegt schlichtweg an der Kategorisierung: Joomla und Drupal werden von backendbattle.com als Content Management Systeme eingeordnet, WordPress als Blog. Wir sehen auch, dass das ehemals so hoch gelobte Typo3 heute nur noch eine Nischenposition innehält.
* Backendbattle.com ist leider vom Web verschluckt. Für eine aktuellere Recherche muss man sich jetzt durch Alexa wühlen …
Setzt man alle drei Systeme nebeneinander, dann ragt WordPress eindeutig heraus:
| Drupal | Joomla | WordPress |
|---|---|---|
| 615.000 aktive Webseiten | 30.000.000 (nach eigener Hochschätzung, glauben wir aber nicht … 3 Mio kommt der Wahrheit sicher näher) | 50.000.000 aktive Seiten, davon rund 12.000.000 auf wordpress.com |
| 39 Sites unter den Top 10.000 Websites | 21 Sites unter den Top 10.000 Websites | 141 unter den Top 10.000 Websites |
| Quelle: backendbattle.com / alexa.com Joomla a closer look |
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| + Inhaltstypen und Views sind die Pluspunkte von Drupal. | + Joomla kann sich in Hinsicht auf die Performance sicher mit Drupal messen, aber die Stärke von Joomla ist eindeutig das flexible Layout. | + WordPress besticht sowohl Designer als auch Einsteiger in die Redaktion durch sein intuitives Handling und die elegante Benutzerführung. |
| Drupal und Joomla sind auf dem Stand der Technik, aber WordPress ist mit Abstand das innovativste System und immer einen Schritt voraus. | ||
| - in Version 7 sehen wir einen deutlichen Performance-Verlust - Ohne ausgiebiges Performance-Tuning sind Joomla und WordPress schneller als Drupal. |
- ein komplexes Backend mit historischem Ballast, in dem sich Anfänger unter den Redakteuren nicht ohne Weiteres zurechtfinden | - von Haus aus nicht so flexibel wie Drupal und Joomla |
Kritisch: Updates für Drupal und Joomla
Das jeweils letzte Update von Drupal und auch von Joomla splittet in die Unterstützung in jeweils zwei Ströme. Ein Update für ein umfangreiches Portal von Drupal 6 auf Drupal 7 oder von Joomla 1.5 auf Joomla 1.6 ist kein Kinderspiel und mit Verlusten behaftet. Viele Module, Erweiterungen und Plugins haben den Sprung nicht mitgemacht und verhindern bei älteren Installation das Update.
Wordpress hingegen strotzt nur so mit Updates, aber die Updates erhalten die Konsistenz zu älteren Version sehr umfangreich. So machen Benutzer und Plugin-Programmierer die einfachen Updates gerne mit.
Dokumentation und Support
Während es für WordPress eine zentral organisierte Hilfe gibt, den WordPress Codex, sind Drupal und Joomla auf die Gnade ihrer Benutzer angewiesen. Während die Joomla-Foren immer schnell bei Fragen zur Hand sind, sind die Drupal-Foren ausgesprochen widerborstig und schummeln sich gern an tiefer gehenden Fragen vorbei.
Welche Merkmale zählen bei der Wahl des richtigen CMS?
Aktive Entwicklung | Ein wichtiges Merkmal für ein Content Management System ist die Unterstützung durch eine aktive Gemeinde: Alle drei Systeme erfreuen sich einer breiten Gemeinde von Entwicklern und halten sich so stets auf dem Stand der Technik. Die jeweiligen Entwickler schwören allesamt Stein und Bein auf ihr CMS –– wer würde da auch etwas anderes vermuten?
Plugins, Erweiterungen, Komponenten und Module | gibt es für diese drei in Hülle und Fülle und durch die sichtbaren Bewertungen seitens der Benutzer können wir absichern, dass eine Erweiterung hält, was ihre Entwickler versprechen. Aber bei Joomla und Drupal heißt es aufpassen, denn viele Module und Erweiterungen machen die Updates erst spät und oft genug auch gar nicht mit.
Alter und Stabilität | Natürlich erscheinen trotz der aktuellen Dominanz immer wieder neue CMS – Konkurrenz belebt das Geschäft. Drupal (seit 2001) ist das älteste Projekt, WordPress entstand 2003, Joomla! entstand 2003 aus Mambo, einem anderen CMS. WordPress mag das jüngste Programm sein, aber seine Spitzenposition (WordPress ist auch ein Provider und hostet etwa 12.000.000 WordPress-Seiten) verdankt WordPress einer aggressiven Weiterentwicklung.
Aber es gibt ein weiteres Kriterium, dass bei der Wahl des Content Management Systems entscheidend ist: Welcher Art ist das Projekt und wie steht es um die Redaktion beim Kunden? Wer wird die Artikel, Beiträge und Seiten setzen?
WordPress vs. Joomla vs. Drupal
Inhaltstypen und Views: Drupal | Drupal wird das CMS der Wahl sein, wenn Seiten mehr brauchen als Titel, Anrisstext und Bodytext. Ein Redakteur ohne große Vorkenntnisse in Content Management Systemen kann sich schnell in Drupal einarbeiten.
Grenzenloses Design | Joomla punktet zwar ebenfalls mit einer sehr guten Performance auch bei Hochlast-Seiten, aber die Stärke von Joomla liegt in der Flexibilität des Designs – für keines der beiden anderen CMS gibt es darum so viele hochwertige Templates wie für Joomla. Für ein elegantes Online-Magazin würde ich Joomla immer aus vollem Herzen empfehlen.
Redaktion mit Joomla | Dieses flexible Layout wird in Joomla allerdings auch mit einem komplexen Backend erkauft – für einen Einsteiger-Redakteur setzt Joomla hohe Hürden mit seinen Kategorien, Menüs und Modulen. Joomla 1.6 / 1.7 bringen keine wirkliche Erleichterung.
Elegantes intuitives Backend | WordPress ist einfach einfach – nicht aus Sicht der Funktionalität, sondern für einen frisch gebackenen Redakteur ist das Anlegen von Seiten mit WordPress so einfach wie das Schreiben einer Email. Zudem trägt die Eleganz des Backends (»Dashboard«) deutlich zur Kundenzufriedenheit bei.
Unerreicht ist die Mediathek in WordPress. Bei Drupal und Joomla finden wir nichts, aber auch garnichts, was der Mediathek das Wasser reichen könnte. Die WordPress Galerie ist Out Of The Box besser als alles, war wir unter den Plugins und Modulen bei Joomla und Drupal finden.
Redaktion mit WordPress | Das Backend – das WordPress Dashboard – ist unschlagbar elegant und intuitiv. In den jüngeren Versionen hält auch WordPress einem hohen Besucheransturm problemlos stand. Das ist nicht immer so gewesen, aber die stramme Entwicklung von WordPress bringt immer bessere Antwortzeiten und auch bei den richtig gut besuchten Seiten läuft die Datenbank nicht mehr auf dem Zahnfleisch.
Gibt es mehrere Redakteure für eine Seite, die gleichzeitig an den Seiten arbeiten, hatten Drupal und Joomla bislang die Nase vorn. Hier werden Beiträge vom Redakteur gesperrt, damit kein anderer Redakteur dazwischenfunken kann. Seit Version 3.3 sperrt WordPress nun auch Artikel, um ein gegenseitiges Überschreiben zu verhindern.
Für ein mittelständisches Unternehmen mit nur ein oder zwei Redakteuren, die sich absprechen, ist wiederum WordPress … einfach einfacher.



